Die Radfahrausbildung ist Teil der Verkehrserziehung in der Grundschule, und oft findet sie in einem Verkehrsgarten statt. Die Kultusministerkonferenz nennt Schulwegtraining und Radfahrausbildung als Schwerpunkt der Klassen 1 bis 4. Die Verkehrswacht ordnet die Radfahrausbildung den Klassen 3 und 4 zu. Umgangssprachlich heißt sie oft „Fahrradführerschein“ oder „Fahrradprüfung“.
Wie läuft die Radfahrausbildung ab?
Die Verkehrswacht beschreibt drei Lernorte:
- Klassenraum: Verkehrsregeln, Verkehrszeichen, Gefahren im Straßenverkehr. Die Lehrkraft übernimmt die Theorie.
- Schonräume: Auf dem Schulhof üben Kinder Gleichgewicht, Bremsen und Umschauen, und das Fahrrad wird auf Verkehrssicherheit geprüft. In der Jugendverkehrsschule, stationär im Verkehrsgarten oder mobil, trainieren sie Fahrtechnik und das Verhalten im Verkehr.
- Straßenverkehr: In den meisten Bundesländern gehören Übungsfahrten im echten Verkehr dazu.
Die Polizei ist an der praktischen Ausbildung beteiligt, in der Jugendverkehrsschule und im Straßenverkehr. Wie die Aufgaben verteilt sind, regelt jedes Bundesland in eigenen Erlassen.
Wie sieht die Prüfung aus?
Am Ende stehen eine theoretische und eine praktische Lernkontrolle, so beschreibt es die Verkehrswacht:
- Theorie: ein Fragebogen zu Regeln und Verkehrszeichen. Diese Theorieprüfung schreiben die Kinder meist in der Schule.
- Praxis: eine Fahrt im Schonraum oder im Straßenverkehr, die meist die Polizei abnimmt. Bei der Verkehrswacht Region Hannover führen Kontaktbeamte der Polizei die Überprüfung durch.
Wer beides besteht, bekommt einen Radfahrausweis oder eine Urkunde. Die Verkehrswacht Region Hannover betont, dass die Prüfung eine Standortbestimmung ist: Kinder und Eltern sehen, wo noch geübt werden muss. Wie viele Fragen es gibt und wie viele Fehler erlaubt sind, ist je nach Land und Schule verschieden.
Was muss mein Kind vorher können?
Die Verkehrswacht nennt als Voraussetzungen:
- das Fahrrad sicher beherrschen, auch einhändig fahren und sich beim Fahren umschauen
- ein verkehrssicheres Fahrrad mit vollständiger Ausstattung
- einen Fahrradhelm
Wer vorher schon viel Rad gefahren ist, hat es in der Ausbildung leichter. Genau dafür sind Verkehrsgärten mit freiem Fahren da.
Wie können Eltern beim Üben helfen?
- Regelmäßig fahren: kurze Strecken, die das Kind später allein fährt, zuerst gemeinsam.
- Im Verkehrsgarten üben: Kreuzungen, Vorfahrt und Handzeichen ohne Autoverkehr. Die Seiten Verkehrsgärten ohne Anmeldung und am Wochenende zeigen, wo das geht.
- Gehweg und Radweg: Bis zum achten Geburtstag fahren Kinder auf dem Gehweg oder einem baulich getrennten Radweg, bis zum zehnten dürfen sie den Gehweg nutzen (§ 2 Abs. 5 StVO). Eine geeignete Aufsichtsperson, insbesondere ab 16 Jahren, darf ein Kind unter acht dabei mit dem Rad auf dem Gehweg begleiten.
Weitere Tipps stehen im Ratgeber Wo können Kinder Radfahren üben?.
Kann man die Jugendverkehrsschule auch privat besuchen?
Manchmal. Viele Jugendverkehrsschulen sind nur für Schulklassen da. Andere öffnen zu festen Zeiten für alle Kinder, besonders in Berlin und in manchen anderen Städten. Die Verteilung nach Bundesland steht unten im Abschnitt „Jugendverkehrsschulen nach Bundesland“, den Zugang jeder einzelnen Anlage zeigt die Übersicht der Verkehrsgärten.